„Gegen das Vergessen“ – Erinnerungsarbeit am Holocaust-Gedenktag

Am 27. Januar, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, fand an der Realschule Jöllenbeck die Abendveranstaltung „Gegen das Vergessen – Zwei konkrete Beispiele für aktive Erinnerungsarbeit“ statt. Das Publikum setzte sich aus Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Eltern, Arminia-Fans sowie weiteren interessierten Gästen zusammen, die gemeinsam ein Zeichen gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und das Vergessen setzten.

Nach der Begrüßung durch unseren Schulleiter Oliver Kollmeyer, stellte Michael Seibt von der Stadtteilbibliothek Jöllenbeck den Ablauf des Abends vor.

Ein zentraler Programmpunkt war die Vorstellung der Lebensgeschichte von Charlotte Daltrop, einer Bielefelder Jüdin. Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs der Realschule Jöllenbeck präsentierten ihre intensive Projektarbeit und machten deutlich, wie persönliche Biografien Geschichte greifbar und erfahrbar werden lassen. Dabei wurde auch reflektiert, was von dieser Arbeit in Erinnerung bleibt und welche Bedeutung sie für den schulischen Alltag, das Zusammenleben und das Engagement im Verein haben kann.

Im Anschluss leitete Friedhelm Schäffer zur Biografie von Julius Hesse, der jüdischer Herkunft und von 1909-1914 der Präsident von Arminia Bielefeld war, über. Fans von Arminia Bielefeld berichteten anschließend von ihrer Gedenkfahrt nach Theresienstadt und der Anbringung einer Gedenktafel für Julius Hesse. Ihre Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie Erinnerungsarbeit auch außerhalb von Schule und Wissenschaft, nämlich im vermeintlich politisch neutralen Sport, entstehen und nachhaltig wirken kann.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion mit
Mael Corboz (Mannschaftskapitän Arminia Bielefeld),
Karsten Bremke (Vorstand von Bielefeld United e. V. und Geschichtslehrer),
Friedhelm Schäffer (Julius-Hesse-Arbeitsgemeinschaft),
Marie Michel und Melina Schröter (Realschule Jöllenbeck).

Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen nach der Verantwortung von Schule, Verein und Zivilgesellschaft, konkrete Formen der Erinnerungsarbeit sowie der Umgang mit dem zunehmenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft. Zudem wurde thematisiert, warum Gedenktage, Gedenktafeln, Sondertrikots oder Projektwochen auch heute unverzichtbar sind.

Die Veranstaltung machte deutlich: Erinnerungsarbeit ist kein reiner Blick in die Vergangenheit, sondern ein Auftrag für Gegenwart und Zukunft. Die Realschule Jöllenbeck versteht sie als festen Bestandteil ihres schulischen Selbstverständnisses – im Sinne von Demokratie, Menschenwürde und einem respektvollen Miteinander.

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